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Brexit

Steuerrelevante Auswirkungen für Europa und Deutschland

Brexit - Welche steuerlichen Veränderungen sind zu erwarten? Wann treten diese ein? Wer ist betroffen? Der ursprünglich für  Ende März 2019 geplante Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union verunsichert europäische, wie britische Bürger und Unternehmen – massive wirtschaftliche Nachteile werden insbesondere bei einem Brexit ohne Austrittsabkommen mit der EU befürchtet.

Noch immer gibt es keine Einigung bezüglich des zukünftigen Verhältnisses des Vereinigten Königreichs und der Europäischen Union. Nach der ursprünglich gewährten Fristverlängerung bis 12.04.2019, bewilligten die 27 EU-Staaten dem Vereinigten Königreich in der Nacht zum 11.04.2019 erneut einen Aufschub des EU-Austritt bis spätestens 31.10.2019. Ohne diesen wäre es am 12.04.20109 zu einem ungeordneten Brexit gekommen.

Es handelt sich nun um eine flexible Verlängerung, deren genaue Länge in der Hand der Briten liegt. Das Vereinigte Königreich kann innerhalb der gegebenen Frist dem vorliegenden Brexit-Deal noch zustimmen, die Strategie überdenken oder auch vom geplanten EU-Austritt zurücktreten.

Sollte vor der Frist Ende Oktober zwischen der EU und UK ein Abkommen ausgehandelt werden, dem das Unterhaus des Vereinigten Königreichs zustimmt, kann UK zum Ersten des Folgemonats austreten. Falls es bis zum 22.05.2019 keine Einigung geben sollte, müsste UK an der Europawahl teilnehmen. Der Fortschritt soll im Juni in London überprüft werden.

Ursprünglich war der Brexit bereits für den 29.03.2019 geplant gewesen. Eine knappe Mehrheit der Briten hatte am 23.05.2016 im Brexit-Votum für den Austritt aus der EU gestimmt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Rahmenbedingungen des Ausscheidens aus der EU-Gemeinschaft kein Thema. Das mit Brüssel ausgehandelte Brexit Abkommen wurde jedoch am 15.01.2019 von der Mehrheit der Abgeordneten im Unterhaus abgelehnt. Ein darauf folgendes Misstrauensvotum der Opposition überstand Regierungschefin Theresa May.

Der abgelehte Vertragsentwurf, der zwischen der britischen Regierung und der EU ausgehandelt worden war, sieht eine Übergangsphase vor, in der Großbritannien Teil des EU-Binnenmarktes sowie der Zollunion bliebe, ohne jedoch stimmberechtigt zu sein.

Gerade der Handel fürchtet negative Auswirkungen in Bezug auf Handelsbarrieren, Zölle und Steuergesetzgebungen, die ein „No-Deal“ mit sich bringen würde. Im Falle eines ungeordneten Brexits ohne Fristverlängerung würde UK die EU als ein sogenanntes Drittland ohne Rahmen für eine zukünftige Beziehung zur EU verlassen.

Das Zusammenwachsen der Europäischen Union der letzten Jahrzehnte brachte EU-weite Vereinheitlichungen der Steuergesetz-Gesetzgebung mit sich, die nun nicht mehr sicher sind. Entscheidet sich Großbritannien dazu, Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zu bleiben, würden die EU-Regelungen und Richtlinien im Steuerrecht zu großen Teilen übernommen, die steuerlichen Auswirkungen wären weniger gravierend.

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